Aufzucht und Fütterung der Küken

Die Pflege und Ernährung der Barthuhnküken gestaltet sich in der Regel problemlos, da Sie seit jeher für eine regelrecht verlustfreie Aufzucht bekannt sind.

Ein einigermaßen ernsthafter Züchter wird jedoch wissen, dass in einem Zuchtjahr trotzdem mit gewissen Verlusten gerechnet werden muss.

Dies kann verschiedenste Gründe haben, welche nicht immer offensichtlich sind.

Falsche Fütterung, fehlende Wärme, Krankheiten oder angeborene Defizite beeinträchtigten die Vitalität der heranwachsenden Hühner sehr.

 

Der folgende Beitrag soll zeigen wie es erfahrungsgemäß möglich ist, ein gutes und schnelles Wachstum der Jungtiere zu erreichen (Kunstbrut):

Unterbringung und Hygiene in den ersten Lebenswochen

Für die ersten fünf bis sechs Lebenswochen hat sich eine Unterbringung in Kükenheimen zu maximal 30 Tieren bewährt.

Als Einstreu wird ein Hanfhäcksel-Sand-Gemisch verwendet, welche je nach Bedarf gewechselt wird.

Je älter die Tiere werden, desto öfter muss die Einstreu gewechselt werden, damit die Küken nicht ihrem eigenen Kot ausgesetzt sind.

Eine solche Haltung hat den Vorteil, dass man die Tiere in überschaubaren Gruppen aufwachsen lässt und Probleme frühzeitig erkennt.

Keimfreier Vogelsand mit Anis ist günstig zu erwerben und wird sehr gut angenommen.

Die Küken baden sehr gerne im feinen Sand. Um nicht aller drei Tage mehrere Kilogramm Sand zu entsorgen, wird dieser einfach mit einem handelsüblichen Küchensieb ausgesiebt und ist somit mehrfach verwendbar.

Als Wärmequelle werden verstellbare Heizplatten verwendet, damit sich die Küken mit dem Rücken an ihre "Elektro-Glucke" anschmiegen können. Außerdem werden die Tiere nicht durch das dauerhafte Licht einer Rotlichtlampe gestört.

Unterbringung ab der 6. Lebenswoche

Da die Kükenheime schon bald zu eng für die Küken sind,

werden diese anfangs stundenweise an das Leben im Freien gewöhnt.

Wenn das Wetter im Mai schon mitspielt, kann den Küken selbst überlassen werden, ob sie sich drinnen unter den Heizplatten oder draußen im Sonnenschein aufhalten möchten.

Auch hier ist bei hohem Besatz auf eine angebrachte Hygiene zu achten.

 

Da die Tiere in diesem Alter sehr anfällig für Kokzidiose sind, sollte der Auslauf aller weniger Tage abgeharkt werden.

Schon bei geringsten Anzeichen auftretender Kokzidiose muss gehandelt werden.

Vorbeugend sind ätherische Öle und andere pflanzliche Mittel sicherlich hilfreich, für den Fall aller Fälle sollte man jedoch entsprechende Medikamente vom Tierarzt vorhalten.

Trennung der Geschlechter

Eines vorweg: Sollten sich nur verhältnismäßig wenige Junghähne in einer Jungtiergruppe befinden, kann auf eine Trennung der Geschlechter verzichtet werden, da die Hennen kaum von den wenigen Hähnen beeinflusst bzw. beeiträchtigt werden.

Ansonsten ist es ratsam nach dem Beringen der letzten Küken ab der zirka zehnten Lebenswoche die Hähne von den Hennen zu trennen.

Ein Vorteil der Trennung ist, dass man Junghennen und Junghähne gesondert füttern kann.

Junghähne benötigen etwas eiweißreicheres Futter als die Hennen, damit das Wachstum der Schwanzsicheln und des Schmuckgefieders optimal abläuft.

Junghennen im sollten im Gegensatz dazu nur mäßig mit Eiweißfutter versorgt werden, damit die Legereife nicht zu zeitig erreicht wird.

Hier muss der Schwerpunkt auf eine ausgewogene Kost gelegt werden.

Ein weiterer Vorteil der Geschlechtertrennung liegt in dem ruhigeren Aufwachsen der Hennen ohne die Hähne.

Die Junghähne sind schneller geschlechtsreif und bedrängen die Hennen bzw. verschmutzen durch Tretakte deren Federkleid.

 

Fütterung der Barthuhn-Küken

Als echtes "Kraftfutter" für die kleinen Küken empfiehlt sich der altbewährte Mix aus gekochtem Ei mit gehäckselter Brennnessel und Löwenzahn. Dieser wird je nach Belieben noch mit feinem Grit und Bierhefe als Topping versetzt.

Täglich gefüttert werden die Küken regelrecht süchtig nach diesem gesunden eiweißreichen Futter.

Daneben wird handelsüblicher Kükenstarter, für die ersten Lebenstage Kükengrütze, als Standfutter angeboten.

 

 

Dabei wird auf Kükenstarter mit Cocci verzichtet, denn um eine Wirksamkeit des beigefügten Kokzidiostatikum zu erreichen, muss ausschließlich dieses Futter verwendet werden.

Um etwas Abwechslung ins Kükenheim zu bringen kann man ab der zweiten Lebenswoche ein kleines Stückchen der Grasnarbe im Garten ausstechen und es den Küken zur Verfügung stellen.

Die in der Grasnarbe wuselnden Würmer und Mikroorganismen sind eine willkommene Freizeitbeschäftigung und wirken sich förderlich auf das Immunsystem der jungen Tiere aus. Schon nach wenigen Stunden ist das ursprungliche Grasstück zerlegt.

 


Naturbrut

Thüringer Barthühner gelten als eher brutfaule Rasse.

Hier und da kommt aber vor, dass eine Henne anfängt zu glucken.

Möchte man der Glucke ihr Mutterglück schenken, sollte man zunächst einen Gluckenstall einrichten und die untergelegten Bruteier markieren.

Anfangs kann es passieren, dass die Glucke noch weitere Eier dazulegt. Diese müssen entfernt werden damit nach 21 Tagen alle Küken zusammen schlüpfen können.

Während der Brutzeit ist darauf zu achten, dass die Glucke mindestens einmal täglich ihr Nest zum Fressen und Trinken verlässt und damit auch die Eier belüftet werden.

Die Eier werden nach der ersten und zweiten Brutwoche geschiert und unbefruchtete bzw. abgestorbene Eier dem Gelege entnommen.

Sind die Küken geschlüpft übernimmt die Glucke die Aufzucht der Küken und hudert sie bis zu acht Wochen lang.

Auch hier empfiehlt es sich Kükenfutter bestehend aus Ei und Brennnessel beizufüttern.